
Was sind die sonderbaren Briefmarken aus dem Deutschen Reich in Opas Album wohl mittlerweile wert? Lohnt es sich, mit der als Jugendlicher angelegten Briefmarkensammlung heute die Anzahlung für den Rentenwohnsitz zu finanzieren? Nicht nur solche und ähnliche Fragen nach dem finanziellen Wert von Postwertzeichen lassen Philatelisten jeglichen Begeisterungsgrades nach dem Michel-Katalog greifen. Auch wer seine Grundkenntnisse zum Thema Marken einmal aufstocken möchte, ist mit diesem Standardwerk gut bedient.
Anhand eines Glossars werden nämlich die wichtigsten Begriffe der Markenkunde anschaulich erklärt. Man erfährt dabei Interessantes über die wichtigsten Drucktechniken, Möglichkeiten der Fälschung, Ersttagsblätter und –briefe sowie über die kniffelige Wissenschaft der unterschiedlichen Trennungsarten -- vom simplen Schnitt bis zur Doppelkreuzkammzähnung. Und wer sich im Besitz extrem wertvoller Sammlerstücke glaubt, findet neben Forschungsgemeinschaften auch eine ausführliche Liste mit den Adressen von Verbandsprüfern und Sachverständigen, die über den tatsächlichen Wert einer Marke Auskunft geben können.
Dass der Michel-Katalog die Bibel der an deutschen Briefmarken interessierten Philatelisten bleibt, daran wird sich auch mit der aktuellen Ausgabe nichts ändern. Mit großen Überraschungen hat dabei sicher niemand gerechnet. Aktuelle Details gibt es dennoch zu entdecken -- nämlich Neubearbeitungen einiger altdeutscher Sammlergebiete sowie Abbildungen der kompletten Heftchenblätter beim Sammelgebiet Markenheftchen der Bundesrepublik. Fazit: Mit diesem Katalog sind Freunde deutscher Briefmarken auf dem aktuellen Stand.
Der Michelkatalog ist und bleibt einfach das Standardwerk zur
deutschen Briefmarkenbewertung.
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